Bergwanderung bei Belen

22. Juni 2008 at 18:43 (Ausflüge, Türkei)

Bergwanderung auf der Ostseite des Nur-Gebirges
22.06.2008

Bildergalerie Wanderung

Vergangene Woche sehe ich beim Vorbeigehen am Arbeitsplatz eines argentinischen Kollegen im Augenwinkel ein Wallpaper mit einer tollen Bergkulisse. Das muss ich mir natürlich näher ansehen und frage ihn, was das Foto zeigt: den Aconcagua, mit fast 7000 m der höchste Berg Südamerikas und ganz in der Nähe seines Heimatortes gelegen. Javier ist passionierter Outdoorsportler, somit ist klar, dass demnächst eine gemeinsame Bergtour rund um Iskenderun gestartet wird.
Heute gibt es für ihn dann seine erste Vorbereitungstour für die Aconcagua-Besteigung in der Türkei. Wir wählen einen Berg bei Belen, von dem aus man auf beide Seiten des Gebirges blicken kann – östliche Ackerbauebene und westlich gelegen das Mittelmeer.
Wir nutzen die Möglichkeit aus, dass man Busse hier überall anhalten lassen kann und booten an der vorher überlegten Stelle aus. Das Dorf auf 650 m Höhe verlassen wir in Richtung Gipfel.
Bevor der eigentliche Aufstieg beginnt, treffen wir auf einen Steinbruch oder irgendeine sonstige gewerbliche Einrichtung, wo ein Aufseher uns Tee gibt. Es dauert nicht lange bis der nächste Türkei ankommt, der uns den Einstieg des Pfades zeigt. Ein Aufstieg wäre zwar auch aufgrund des spärlichen Bewuchses querfeldein möglich, aber auf einem Pfad geht es sich doch schneller. Der Untergrund ist übersäht mit Steinen unterschiedlicher Größen, der Bewuchs besteht fast ausschließlich aus Büschen.
Nach etlichen hundert Höhenmetern wird mein Blick von einem brennenden Dornbusch angezogen. Wir eilen herbei und finden zwei steinerne Tafeln mit hebräischen Schriftzeichen. Zumindest wäre die Kulisse hier für eine Mosesverfilmung sehr stilecht.
Auf 1100 m Höhe erreichen wir den Gipfel des Höhenzuges, auf dem leider ein Stacheldrahtzaun entlang gezogen ist, der den Zugang zu militärischen Gelände absichert. Auf den Berggipfeln haben die Amerikaner Luftraumüberwachungsstationen errichtet, weshalb die freie Beweglichkeit eingeschränkt ist. Abends hört man auch gelegentlich wie amerikanische Kampfflugzeuge Richtung Irak/Syrien fliegen. Eine wahre Plage, wie sich die USA überall auf der Welt breit machen. Von meiner Zeit aus KL kann ich ja bereits ein Lied davon singen.
Unsere Wanderung führen wir noch etwas auf dem Höhenzug parallel zum Zaun fort und machen auf dem höchsten Punkt des Tages bei 1175 m eine Pause. Danach erfolgt der Abstieg.
Man hat uns wohl während unserer Aktivitäten am Berghang im Dorf bemerkt und so ist jemand mit dem Auto zum Ende des Pfades gefahren um uns in sein Lokantasi (Imbiss-Restaurant) zu fahren. Großartig essen wollen wir nicht und ordern Salat und Getränk für 3 TRY.
Der letzte Akt der heutigen Tour ist die Rückfahrt in einem innen mit äußerst schwulen Farben ausgestatten Dolmus zurück nach Iskenderun, wo wir etwas nach 15 Uhr wieder das Hotel betreten. Gestartet waren wir um 8 Uhr.

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